Allgemein, Kirche, Soziales & Gesellschaft

Neue rechte Geistlichkeit?

Zuerst erschienen bei Die Eule – Magazin für Kirche, Politik und Kultur

An sich ist es keine Meldung wert, was Philipp Greifensteins detaillierte Recherche zur „Erklärung 2018“ zutage fördert: 1,5% der Unterzeichnenden lassen „sich als Theologen bzw. Pastoren, Pfarrer oder Priester, Gemeindereferenten oder Religionslehrer identifizierten.“

Warum sollte es auch anders sein? Noch sind die Kirchen gesellschaftliche Institutionen und bleiben damit von gesellschaftlichen Entwicklungen nicht unberührt. Es überrascht kaum, dass sich auch kirchliche Mitarbeiter (und eine Pfarrerin i.R.) offen rechts positionieren.

Warum ich der Meinung bin, dass die beiden großen Kirchen wie kaum eine andere gesellschaftliche Institutionen in der „Flüchtlingskrise“ nicht den Kopf verloren, sondern Haltung bewahrt haben. Und warum es trotzdem ein christliches Problem mit dem rechten Rand gibt.

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Allgemein, Kirche, Soziales & Gesellschaft

Mach keinen Scheiß mit deinem Kreuz!

Apropos Karfreitag: Die CSU stellt jetzt überall Kreuze auf. Dabei sei dies kein religiöses Symbol, sondern ein kulturelles, meint der bayerische König, Markus Söder.

Dass das grober Unfug ist, bekommt er nun von katholischer und evangelischer Seite zugerufen; von Musliminnen und Atheisten. Zurecht. Treffend beschreibt Peter Aschoff, wie sehr die christliche Partei CSU das zentrale Symbol der Christenheit missversteht:

Das Kreuz steht ausdrücklich nicht für Selbstdurchsetzung und Dominanz, sondern für den Verzicht darauf. Damit steht es für den Verzicht auf eine öffentliche Symbolhoheit, die andere Standpunkte allenfalls gönnerhaft duldet. Folglich verbietet sich die angestrebte Verstaatlichung dieses Symbols […]

— Peter Aschoff (Blog)

Damit ist alles gesagt zum lächerlichen Versuch der CSU, den Rechtspopulisten die Rettung des christlichen Abendlandes abzunehmen. Macht kein Scheiss mit dem Kreuz!

Allgemein, Soziales & Gesellschaft

Wer braucht Regierung?

Mittlerweile steht die GroKo, aber am Wochenende war Deutschland noch regierungslos. Kein Grund zur Aufregung, sondern zur Phantasie, finde ich. Zuerst erschienen bei theologiestudierende.de 

Vier Monate liegt die Bundestagswahl schon zurück und noch ist keine Regierung gebildet. Bricht in Deutschland Anarchie aus? Zumindest fahren die Busse noch, der Müll wird abgeholt, PolizistInnen stellen Strafzettel aus und die Supermarktregale sind so gut gefüllt wie eh und je.

Also alles halb so wild. Die Ordnung unseres Gemeinwesens wankt nicht, dank stabiler Strukturen, klaren Regeln und auch dank des föderalen Aufbaus unseres Landes: Auch ohne Bundesregierung kommen Landes- und KommunalpolitikerInnen ihrer Verantwortung nach. Schön, in einem Land zu leben, dessen Ordnungen zwar nicht immer nachvollziehbar, aber doch verlässlich sind.

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Kirche, Soziales & Gesellschaft

Kein Kompromiss, nirgends

Zuerst erschienen auf theologiestudierende.de

Eigentlich bin ich ein ziemlich entschlossener Mensch. Wenn ich zu einer Meinung gelange – oder sie zu mir –, dann stehe ich fest. Dann bin ich überzeugt und will überzeugen. Dann gebe ich nicht nach. Dann gibt es keine Kompromisse, weil meine ganze Meinung richtig und wichtig ist. Das gilt für politische Überzeugungen ebenso wie für theologische Ansichten. Aber zwei Ereignisse der letzten Wochen bringen mich ins Nachdenken: Zeigt sich im Kompromiss nicht wahre Größe?

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Allgemein, Soziales & Gesellschaft

Endlich wieder Ruhe?

Jetzt geht es erst richtig los: Nach diesem Wahlkampf wünschen sich viele, dass wieder Ruhe einkehrt. Für Christinnen und Christen ein zu frommer Wunsch.

Die Wahl ist gelaufen. Endlich! Ich kann es kaum erwarten, wieder durch die Innenstadt laufen zu können, ohne dass sexy Lindner mir „Bedenken second“ zuraunt und der Regen Wahlplakate in eine ekelhafte, braune Pampe verwandelt, die meine Schuhe beschmutzt.

Endlich kehrt wieder Ruhe ein! Gut, viele waren von Angela-#fedidwgugl-Merkels und Martin-„Ich-will-Kanzler-werden“-Schulz’ lahmer Auseinandersetzung gelangweilt, aber trotzdem: es brodelte.

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Allgemein, Kirche, Soziales & Gesellschaft

Über die (Un)Möglichkeit, Bonhoeffer treu zu sein

Wie verhalten sich ChristInnen zum Staat; und wie soll sich die Kirche zu ihm positionieren? Auf theologiestudierende.de beschäftigen wir uns einen Monat lang mit „Kirchen und Politik“. Marvin Gärtner plädierte in seinem Artikel zum laufenden Themenmonat „Kirchen und Politik“ dafür, unabhängiger vom Staat zu werden. Diese Forderung ist nicht ganz falsch, basiert aber auf falschen Annahmen. Eine kritische Antwort, warum wir uns heute nicht von Bonhoeffer oder Luther leiten lassen können.

Ich stimme zu: Gott ist für Christinnen und Christen die letzte Instanz, vor der das ganze Leben zu rechtfertigen ist. Gottes Gebote geben den Maßstab vor, an dem sich das zwischenmenschliche, politische, wirtschaftliche Handeln, also das ganze Leben zu orientieren hat. Kein Bereich kann davon gelöst werden.

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Allgemein, Soziales & Gesellschaft

„Frau Zschäpe spielt gern Volleyball“ – Zwei Tage im NSU-Prozess

Die freien Tage in München habe ich genutzt, um den NSU-Prozess zu beobachten. Zwei Verhandlungstage verbrachte ich auf der Tribüne. Meine Beobachtungen des 350. Verhandlungstages – meinem zweitem. Wie Beate Zschäpe ihre Zeit in der Haft verbringt, woher sie Geld bekommt. Überraschende Entdeckungen. Weiterlesen „„Frau Zschäpe spielt gern Volleyball“ – Zwei Tage im NSU-Prozess“