Wer braucht Regierung?

Mittlerweile steht die GroKo, aber am Wochenende war Deutschland noch regierungslos. Kein Grund zur Aufregung, sondern zur Phantasie, finde ich. Zuerst erschienen bei theologiestudierende.de 

Vier Monate liegt die Bundestagswahl schon zurück und noch ist keine Regierung gebildet. Bricht in Deutschland Anarchie aus? Zumindest fahren die Busse noch, der Müll wird abgeholt, PolizistInnen stellen Strafzettel aus und die Supermarktregale sind so gut gefüllt wie eh und je.

Also alles halb so wild. Die Ordnung unseres Gemeinwesens wankt nicht, dank stabiler Strukturen, klaren Regeln und auch dank des föderalen Aufbaus unseres Landes: Auch ohne Bundesregierung kommen Landes- und KommunalpolitikerInnen ihrer Verantwortung nach. Schön, in einem Land zu leben, dessen Ordnungen zwar nicht immer nachvollziehbar, aber doch verlässlich sind.

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Kein Kompromiss, nirgends

Zuerst erschienen auf theologiestudierende.de

Eigentlich bin ich ein ziemlich entschlossener Mensch. Wenn ich zu einer Meinung gelange – oder sie zu mir –, dann stehe ich fest. Dann bin ich überzeugt und will überzeugen. Dann gebe ich nicht nach. Dann gibt es keine Kompromisse, weil meine ganze Meinung richtig und wichtig ist. Das gilt für politische Überzeugungen ebenso wie für theologische Ansichten. Aber zwei Ereignisse der letzten Wochen bringen mich ins Nachdenken: Zeigt sich im Kompromiss nicht wahre Größe?

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Endlich wieder Ruhe?

Jetzt geht es erst richtig los: Nach diesem Wahlkampf wünschen sich viele, dass wieder Ruhe einkehrt. Für Christinnen und Christen ein zu frommer Wunsch.

Die Wahl ist gelaufen. Endlich! Ich kann es kaum erwarten, wieder durch die Innenstadt laufen zu können, ohne dass sexy Lindner mir „Bedenken second“ zuraunt und der Regen Wahlplakate in eine ekelhafte, braune Pampe verwandelt, die meine Schuhe beschmutzt.

Endlich kehrt wieder Ruhe ein! Gut, viele waren von Angela-#fedidwgugl-Merkels und Martin-„Ich-will-Kanzler-werden“-Schulz’ lahmer Auseinandersetzung gelangweilt, aber trotzdem: es brodelte.

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Über die (Un)Möglichkeit, Bonhoeffer treu zu sein

Wie verhalten sich ChristInnen zum Staat; und wie soll sich die Kirche zu ihm positionieren? Auf theologiestudierende.de beschäftigen wir uns einen Monat lang mit „Kirchen und Politik“. Marvin Gärtner plädierte in seinem Artikel zum laufenden Themenmonat „Kirchen und Politik“ dafür, unabhängiger vom Staat zu werden. Diese Forderung ist nicht ganz falsch, basiert aber auf falschen Annahmen. Eine kritische Antwort, warum wir uns heute nicht von Bonhoeffer oder Luther leiten lassen können.

Ich stimme zu: Gott ist für Christinnen und Christen die letzte Instanz, vor der das ganze Leben zu rechtfertigen ist. Gottes Gebote geben den Maßstab vor, an dem sich das zwischenmenschliche, politische, wirtschaftliche Handeln, also das ganze Leben zu orientieren hat. Kein Bereich kann davon gelöst werden.

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Ökumene auf marokkanisch

Zuerst erschienen auf theologiestudierende.de

Nicht nur die Lage der katholischen Kirche in Oujda, ganz im Osten Marokkos, ist außergewöhnlich: Mitten in der Stadt teilt sie sich mit einer Moschee den zentralen Platz; links ragen die Kirchtürme, rechts der Turm des muslimischen Gotteshauses in den Himmel. Nein, auch was in der Kirche geschieht, ist besonders. Das Gotteshaus wird ökumenisch genutzt, und zwar die ganze Woche. Warum scheint das Miteinander von katholischen und evangelischen Christen in Marokko so viel leichter zu gelingen? Unterwegs in einem muslimischen Land. Weiterlesen Ökumene auf marokkanisch

„Frau Zschäpe spielt gern Volleyball“ – Zwei Tage im NSU-Prozess

Die freien Tage in München habe ich genutzt, um den NSU-Prozess zu beobachten. Zwei Verhandlungstage verbrachte ich auf der Tribüne. Meine Beobachtungen des 350. Verhandlungstages – meinem zweitem. Wie Beate Zschäpe ihre Zeit in der Haft verbringt, woher sie Geld bekommt. Überraschende Entdeckungen. Weiterlesen „Frau Zschäpe spielt gern Volleyball“ – Zwei Tage im NSU-Prozess

Carsten rutscht ab – Zwei Tage im NSU-Prozess

Die freien Tage in München habe ich genutzt, um den NSU-Prozess zu beobachten. Zwei Verhandlungstage verbrachte ich auf der Tribüne. Meine Beobachtungen des 349. Verhandlungstages – meinem ersten. Wie Carsten S. in die rechte Szene rutscht.

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