Ökumene auf marokkanisch

Zuerst erschienen auf theologiestudierende.de

Nicht nur die Lage der katholischen Kirche in Oujda, ganz im Osten Marokkos, ist außergewöhnlich: Mitten in der Stadt teilt sie sich mit einer Moschee den zentralen Platz; links ragen die Kirchtürme, rechts der Turm des muslimischen Gotteshauses in den Himmel. Nein, auch was in der Kirche geschieht, ist besonders. Das Gotteshaus wird ökumenisch genutzt, und zwar die ganze Woche. Warum scheint das Miteinander von katholischen und evangelischen Christen in Marokko so viel leichter zu gelingen? Unterwegs in einem muslimischen Land. Weiterlesen Ökumene auf marokkanisch

„Frau Zschäpe spielt gern Volleyball“ – Zwei Tage im NSU-Prozess

Die freien Tage in München habe ich genutzt, um den NSU-Prozess zu beobachten. Zwei Verhandlungstage verbrachte ich auf der Tribüne. Meine Beobachtungen des 350. Verhandlungstages – meinem zweitem. Wie Beate Zschäpe ihre Zeit in der Haft verbringt, woher sie Geld bekommt. Überraschende Entdeckungen. Weiterlesen „Frau Zschäpe spielt gern Volleyball“ – Zwei Tage im NSU-Prozess

Carsten rutscht ab – Zwei Tage im NSU-Prozess

Die freien Tage in München habe ich genutzt, um den NSU-Prozess zu beobachten. Zwei Verhandlungstage verbrachte ich auf der Tribüne. Meine Beobachtungen des 349. Verhandlungstages – meinem ersten. Wie Carsten S. in die rechte Szene rutscht.

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Gedenken und Vergessen

Am heutigen Freitag gedenkt die Bundesrepublik den Opfern des Nationalsozialismus. Vor 72 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz befreit. Die Gräueltaten des NS-Regimes wurden dem Schatten entrissen und standen erstmals im Licht einer entsetzen, fassungslosen Öffentlichkeit, die nicht begreifen kann, dass im 20. Jahrhundert so etwas barbarisches möglich ist.

Die Frage nach dem Warum kann nicht beantwortet werden – trotzdem darf das Erinnern nicht aufhören. Gerade, weil die neuen Rechten die Erinnerungskultur als „Schande“ bezeichnen. Weiterlesen Gedenken und Vergessen

Moment Mal: Rechte Pfarrer?

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Ein Pfarrer outet sich in Internetforen als AfD-nah. Jetzt ist er arbeitslos. Hat er das verdient?“ fragte die ZEIT vergangene Woche. Geschildert wird der Fall des 41-jährigen Thomas Wawerka, der seine Pfarrstelle im sächsischen Frohburg nicht behalten durfte.

„Offensichtlich hat jemand alle meine Kommentare gesammelt und sich bei der EKD-Leitung über mich beschwert“, behauptet er. Die Online-Kommentatoren und Unterstützer werfen der Evangelischen Kirche „Gesinnungsschüffelei“; vergleichen den geschassten Pfarrer mit Bonhoeffer – auch dieser musste ja für die „Abweichung vom Zeitgeist“ bezahlen. Gibt es politische Grenzen für Pfarrerinnen und Pfarrer? Wie verhält sich die Kirche zu AfD und Pegida? Weiterlesen Moment Mal: Rechte Pfarrer?

Moment Mal: Glauben lassen

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Die EKD-Synode tagte und packte heiße Eisen an: Trumps ErfolgEuropas Auseinanderdriften, die Frage der „Judenmission“. Der Einfluss der Synode auf „Amerikas blonden Mussolini“ (Danke, ZEIT!) dürfte begrenzt sein; auch Europas Zusammenhalt hängt nicht nur von Deutschlands Protestanten ab. Der Beschluss zum Umgang mit Menschen jüdischen Glaubens geht jedoch über bloße Signalwirkung hinaus, betrifft er doch auch kirchliche Arbeitsfelder.

Umso überraschender, wie klar der einstimmig angenommene EKD-Beschluss ausfällt. Warum ich überzeugt bin, dass der Entschluss richtig ist.

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Alles beim Alten in Württemberg

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Müssen wir noch darüber streitenob Kirche tatsächlich homosexuelle Menschen nicht diskriminieren darfMüssen wir nicht? Gut.

Denn es gibt gute Nachricht zu verkünden: Die evangelische Landeskirche Sachsen segnet ab sofort homosexuelle Paare*, und das, obwohl deren Landesbischof Rentzing einst sagte, „Homosexualität entspricht nicht dem Willen Gottes“. Nun, Rentzing lehnt die Segnung zwar weiterhin ab. Deshalb: Glückwunsch, liebe sächsische Synode! Besser spät als nie.

Apropos spät. Die evangelische Landeskirche Württemberg zum Beispiel ist jetzt spät dran. Weiterlesen Alles beim Alten in Württemberg

Leben lassen

Für theologiestudierende.de schrieb ich mich in Rage. Über dumpfe Gesetze und die falsche Annahme, dass es auf komplexe Fragen simple Antworten gibt.

Das polnische Parlament macht sich auf den Weg, Abtreibungen komplett zu verbieten. Eine große Mehrheit nahm einen ersten Vorschlag an, der für Schwangerschaftsabbrüche fünf Jahre Gefängnis vorsieht. Einzige Ausnahme: Lebensgefahr für die schwangere Frau. Keine Gnade für Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung wurden.

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